Gemeinde Gomaringen

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Richtfest

Richtfest im Kinderhaus Mozartstraße

Nach nur vier Monaten Bauzeit konnte im Kinderhaus Mozartstraße am Mittwoch, 31. Oktober, Richtfest gefeiert werden. Als Gäste begrüßte Bürgermeister Steffen Heß zuerst die rund 40 Kinder aus der Haydnstraße, die in ihren bunten Matschhosen zum Auftakt das Lied „Wer will fleißige Handwerker seh’n?“ zu Besten gaben, abgestimmt auf ihr neues Kinderhaus und begleitet von Leiterin Marlies Burkhardt und ihrem Team. Sie hatten extra für das Richtfest „Bauteile“ gebastelt und auch schon Tage zuvor gemeinsam den Richtbaum geschmückt. Dafür gab es den ersten Applaus und als Dankeschön vom Bürgermeister zwei große Körbe
mit Obst, ein paar Süßigkeiten und Spiel-Knete, hergestellt von einer Firma aus Gomaringen und in den Wappenfarben rot und weiß.

Heß begrüßte neben MdB Dr. Martin Rosemann (SPD), den MdL Ramazan Selcuk (SPD) und Thomas Poreski (Grüne) den ersten Landesbeamten Hans-Erich Messner und auch die Planer, Ralf Straub vom Architekturbüro Hartmaier und Partner, sowie Simon Gross vom Landschaftsarchitekturbüro Dreigrün. Im Gebäude werden außen wie innen lebendige und frische Farbkonzepte sowie tolle kindgerechte Ideen in der Ausstattung realisiert. Bauzeitenplan und Kostenrahmen konnten bisher eingehalten werden, wie auch Architekt Straub bestätigte. Den erläuterte der Bürgermeister noch einmal: Neben den Gebäudekosten in Höhe von rund 3,7 Mio. € brauche es mehr Personal, wodurch 2019 der Gemeinde voraussichtlich erstmals Personalkosten von gesamt über 5 Mio. € entstehen. Insgesamt entstanden 2018 für alle acht Kindergärten laufende Kosten i.H. von 2,7 Mio. €. Für 2019 werden nach dem Finanzplan 3,1 Mio. € und für 2020 incl. Kinderhaus Mozartstraße jährlich 3,67 Mio. € erwartet.


Elternbeiträge würden zur Kostendeckung im Schnitt knapp ein Viertel beitragen. Auf diese jährlichen Einnahmen in Höhe von rund 420.000 Euro kann die Gemeinde Gomaringen daher nicht verzichten.


In seiner Rede ging Heß auch auf das „Gute-KiTa-Gesetz“ ein, das die Bundesregierung kürzlich auf den Weg gebracht hat. Die Finanzierung sei aktuell aber nur bis ins Jahr 2022 gesichert. Dies, so der Bürgermeister, könnte dazu führen, dass die Mittel eher in kurzfristige Maßnahmen fließen statt in eine Verbesserung der Qualität. Daher appelliere er an die Politiker: „Es darf nicht sein, dass es jetzt eine Anschubfinanzierung gibt, und dann die Gefahr besteht, dass man die Kommunen allein lässt“.

„Kinder-Campus“ beim Sportpark Gomaringen

Auf über 1.000 m² Netto-Gebäudefläche entsteht wieder eine hervorragende Betreuungseinrichtung, mit fünf Gruppen für insgesamt 50 U-3-Kinder. 30 Plätze sind neu und 20 Kinder werden aus der Haydnstraße ins neue Kinderhaus umziehen, das zum Kindergartenjahr 2019/2020 seinen Betrieb aufnehmen soll. Damit bekommt Gomaringen einen regelrechten „Kinder-Campus“ für rund 110 Kinder, mit riesigem Garten und ganz vielen Begegnungs- und Bewegungsmöglichkeiten für beide Häuser. Hier wird einem auch wieder die tolle Lage im Grünen, ganz in der Nähe der Wiesaz und des Sportparks, bewusst. Heß bedankte sich ausdrücklich bei den Gemeinderäten, die durch ihren richtungsweisenden Beschluss am 20. Februar 2018 das Gebäude auf den Weg gebracht hatten. Auch an die Adresse der Bundes- und Landespolitik ging sein Dank, denn zu dieser „Investition in die Zukunft“ erhält Gomaringen 250.000 € aus dem Ausgleichsstock und aus dem Investitionsprogramm des Bundes 360.000 Euro.

Auch die Anwohner bedachte Heß und erinnerte an deren Geduld. Baumaßnahmen seien zwar immer zeitlich befristet, bedeuteten aber stets eine Belastung der Nachbarschaft. „Neben der Baustelle für das Kinderhaus waren auch Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahmen zum RÜB Bolzplatz zu ertragen“. 2019 und 2020 kommen auch noch die zugehörigen Straßenbauarbeiten in der Mozart-,
Schießmauer- und Tübinger Straße dazu. Heß bedankte sich schon im Voraus bei den Anliegern. Er erinnerte aber auch daran, dass die Anbindung des neuen Kinderhauses in die Mozartstraße gelegt worden war, um die Haydnstraße nicht zusätzlich in Anspruch zu nehmen. Zudem sei über das Wiesaz-Brückle aus der Eugen-Bolz-Straße das neue Kinderhaus gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.

Dr. Martin Rosenmann äußerte sich in seinem Grußwort verblüfft über den kurzen Zeitraum, seit er beim Spatenstich auf der Baustelle stand: „Das war doch grad eben erst!“. Die Kinderbetreuung sei eine wichtige Zukunftsaufgabe für Bund und Länder, denn so würden gute Chancen und gleiche Entwicklungsmöglichkeiten für alle ermöglicht. 5,5 Mrd. Euro würde der Bund in den nächsten Jahren an die Länder weiterleiten. Und er brachte die Zusage der Bundes-Familienministerin Franziska Giffey mit: „Diese Mittel zur Realisierung des Gute-Kita-Gesetz werden nicht nur für die nächsten vier Jahre eingestellt!“. Sondern die Investitionen in die Qualität der Kinderbetreuung und Gebührenfreiheit würden langfristig verstetigt.

„Knete gibt es auch vom Land!“ Auch im Namen seines Stuttgarter Abgeordnetenkollegen Ramazan Selcuk sprach Thomas Poreski. Er erinnerte daran, dass das Land bei der U-3-Betreuung in der Finanzierung bereits zu 68 Prozent beteiligt sei. Von 100 Mio. in 2011 sei man inzwischen bei 800 Mio. Euro angelangt. „Der Baden-Württembergische Pakt für Bildung und Betreuung ist auf dem Weg“. Auch das Land investiere in die Qualität – das gelte ebenso für genügend Personal wie für die Ausstattung.

Dass es bis zur Ausstattung gar nicht mehr so lang hin ist, verdankt das Kinderhaus Mozartstraße der kurzen Bauzeit, aber auch der schnellen Baugenehmigung, leitete Bürgermeister Heß zum Chef der Baugenehmigungsbehörde Hans-Erich Messner über. Der beobachtet die „entwicklungsfreudige“ Gemeinde Gomaringen schon geraume Zeit. Es sei wirklich Grund zur Freude, dass hier auch eine positive Basis geschaffen würde für die Entwicklung der Kinder. „Zu solchen Terminen komme ich sehr gern“. Der Landkreis Tübingen halte in Baden-Württemberg einen Spitzenplatz in der Kinderbetreuung inne. „Wir sind gegenwärtig gut aufgestellt, aber auch in Zukunft, versprach der Erste Landesbeamte. Er war in Vertretung für Landrat Joachim Walter gekommen.

Während die Kinder bereits ihre eigene Baustelle eröffneten, schloss Ralf Straub den Kreis der Redner. „Auf der Baustelle läuft es gerade wie geschmiert“, bestätigte der Architekt. Der Massiv-Rohbau sei mit der Firma FK Systembau in „sagenhaften drei Monaten“ fertig geworden, das Dach mit der Zimmerei Dieringer anschließend in vier Wochen. Mitte Dezember würden nun Licht und die Bauheizung installiert; Mitte
Juli 2019 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.


Nach dem Richtspruch lud die Gemeinde die Gäste zu einem kleinen Imbiss ein.

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