Gemeinde Gomaringen

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Eltern-Dialog zu Corona, Test- und Maskenpflicht

Elterndialog zu Corona, Test- und Maskenpflicht

 

Anonyme Schreiben sorgten am 22. März 2021 im Rathaus zunächst für Irritation – ohne Absender, aber sehr persönlich an Bürgermeister Steffen Heß und Schulrektor Joachim Allgaier gerichtet, klagten die Verfasser über Nicht-Gehörtwerden, Zensur, Beschlagnahme und Diffamierung. Und sie wünschten sich Unterstützung im Kampf für die Schulkinder.


Auslöser für den Unmut war, dass eine Eltern-Kinder-Protestaktion mit handgestalteten Plakaten und Kinderschuhen im Eingangsbereich der Schlossschule kurz danach vom Gemeindevollzugsdienst – seiner Aufgabe gerecht – wieder abgeräumt worden war. Es ging um die Test- und Maskenpflicht in der Grundschule und die starken Einschränkungen, gegen die sich etliche Gomaringer Eltern und Kinder wehren.


Normalerweise werden im Rathaus anonyme Briefe ignoriert – wem sollte auch geantwortet werden? Aber Heß erkannte die Notwendigkeit, spielte gemeinsam mit Rektor Allgaier den Ball zurück und holte das Anliegen aus der Anonymität: Sie boten öffentlich für den 30.03.2021 in Form einer Schulveranstaltung ein gemeinsames Gespräch mit den Beteiligten an; auch die Lokalpresse war eingeladen. Zunächst in der Aula der Schlossschule, dann aber doch kurzerhand im Kultursaal der Sport- und Kulturhalle, weil sich auf den Aufruf rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet hatten.


Voraussetzung für den Dialog waren die Einhaltung der Corona-Vorschriften und die persönliche Vorstellung aller Anwesenden und ihrer Anliegen. „Hat man zu einem Thema eine Meinung, sollte man auch dazu stehen“, so der Bürgermeister. „Uns ist es durchaus wichtig, mit Ihnen in den Dialog zu treten. Wir wissen, dass die Corona-Politik und ihre Regelungen in Teilen chaotisch und unübersichtlich ist. Schließen – öffnen, keine Maske – Stoffmaske – nur noch medizinische Maske, Sinn und Zuverlässigkeit von Tests, Impfen: ja – nein, welcher Impfstoff – wann bekomme ich einen Termin? Will ich mich überhaupt impfen lassen…“ Jeder habe dazu eine Meinung und jeder könne hierzu etwas sagen.


Zuhören und ausreden lassen – trotz Belastung und Emotionen


Der Bürgermeister betonte, dass die Gemeinden nicht die Verordnungsgeber sind. “Wir hier an der Basis müssen vielmehr schauen, das Beste vor Ort hinzubekommen, miteinander im Gespräch bleiben, Verständnis entwickeln und wo möglich und nötig auch Änderungen herbeiführen“. Er fuhr fort: „Uns ist bewusst, dass das Thema sehr belastend und emotional ist. Aber wir lassen den anderen ausreden und hören zu.“


Alle Eltern, die der Einladung gefolgt waren, hielten sich daran. Sie stellten sich namentlich vor, schilderten ihre Anliegen, Befürchtungen und Beobachtungen, aber auch ihre Ideen und Vorschläge.
 
Verschiedene Lösungsansätze standen anschließend im Raum, etwa Maskenpflicht in den Fluren und Klassenzimmern, aber evtl. Maskenpause auf dem Pausenhof; Ausflüge ohne Maske; evtl. versetzte Pausen; zusätzliches Flächenangebot im Schlosshof und Richtung Tübinger Straße. Gemeinsam sollen nun Vorschläge gebündelt und geprüft, ein entsprechendes gemeinsames Schreiben an die Wahlkreisabgeordneten und das Baden-Württembergische Kultus- und das Sozialministerium verfasst werden. Ziel soll sein, ihnen konkrete, kindgerechte Lösungen für die Kinder der Schlossschule aufzuzeigen.
 
Bürgermeister Heß und Rektor Allgaier bedankten sich abschließend bei den Anwesenden für den Austausch. Trotz Meinungsverschiedenheiten sei er sehr kooperativ und konstruktiv verlaufen.
 
Die Resonanz auf das Angebot von Gemeinde und Schlossschule – der offene Austausch und die Bemühung um konkrete Lösungen vor Ort – war positiv. Das zeigen auch die beiden Berichte in der Lokalpresse vom 01.04.2021.


 
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